JottWehs Welt

Eine zweiundzwanzigste Kurz-Zwischenkrise, oder: Sie, Herr Duzent…

Der Paranoiker fühlt sich gerade alt… steinalt…

Er gesteht: er duzt gerne! Das mag daran liegen, daß er Biologe ist, und Biologen sind da etwas lockerer als andere Berufsgruppen (war es doch zu seiner Studentenzeit in anderen Fächern alles andere als unüblich, daß sich sogar die Studenten untereinander siezten… na, BWLer und Juristen halt…), zum anderen kann man sich dadurch natürlich auch immer etwas von den lieben Medizinern und ihrem Stammes-, äh…, Standesdünkel absetzen. Und weil es dem Paranoiker nun einmal schwer fällt jemanden zu siezen, mit dem er enger zusammenarbeitet, fragt er seine Studenten gerne, ob es denn ok sei, wenn man sich gegenseitig duze, was auch immer angenommen wird. Komisch ist es dann nur, wenn plötzlich einige der Studenten, die zugegebenermaßen inzwischen halb so alt sind wie der paranoische Duzomat, dann wieder auf das ‚Sie‘ umschwenken. Ein Student, darauf angesprochen, meinte dieser Tage lapidar, es falle ihm halt schwer, ältere Leute zu duzen, bei den Freunden seiner Oma habe er da beispielsweise auch immer Probleme…

Krise!

Man ist immer so alt wie man sich fühlt? Eher so alt, wie man eingeschätzt wird, oder?

Der Paranoiker meinte daraufhin, er hoffe doch, daß die Oma noch recht jung sei, was besagtem Studenten einen roten Kopf einbrachte, weil er wohl verzweifelt überlegte, wie er aus der Situation wieder gut herauskommen könnte, was ihm eine Kommilitonin dann aber elegant abnahm, indem sie anmerkte, vielleicht habe seine Oma ja auch sehr junge Freunde!

Jetzt bleibt die Frage: Ab sofort alle Studenten siezen oder langsam schon mal die Testberichte von Rollatoren studieren? Oder beides?

3 Gedanken zu „Eine zweiundzwanzigste Kurz-Zwischenkrise, oder: Sie, Herr Duzent…

  1. Oh Mann,

    bevor du mich holst, solltest du dir die Folgen vergegenwärtigen. Justameng hat vor mir nämlich niemand mehr Angst – ich bin schon rein optisch jenseits von Diesterwegen! Allerdings trifft „scheintot“ es nicht ganz, damit könnte man eher diese Internetseite beschreiben.
    Jedenfalls denkt wohl jeder 14jährige Rüpel, dass er es locker mit mir aufnehmen kann!
    Respekt aber ist dem Alter gegenüber wohl angebracht! Dieser kann transfolment mit einem freundlichen „Sie“ dargebracht werden, sicher jedoch nicht mit einem rentalligem „A……..“.
    Also Jungspund, wenn du mir das nxte mal vor die Fäuste kommst heißt es krawumm: Alt gegen jung – also sei nicht dumm!

  2. Wo der Pfeffer wächst?
    Da verdankt der Paranoiker einem ihm damals alt erscheinenden und heute de facto alt seienden Professor die Erkenntnis, daß es sich dabei um eine Heimstatt namens ‚Französisch Guayana‘ handelt, deren Hauptstadt den wunderbaren Namen ‚Cayenne‘ trägt. Zwar werden bei Wikipedia Vietnam, Indonesien, Indien, Brasilien und Malaysia als die Hauptanbaugebiete unserer Tage angegeben (nachzulesen ebenda), dennoch ist der Paranoiker jenes oben erwähnten Landstriches gewahr, nicht zuletzt, weil ein Kollege justameng eine recht lange Zeit im Rahmen eines Projektes baumkletternderweise im Urwald jenes kolonialen Guayanas verbrachte, was dem Paranoiker deshalb und diesterwegen im Gedächtnis blieb, da er dem Kollegen ein Objektiv (Minolta!) in Kunstlederhülse lieh, und zwar besagtes Objektiv wieder erhielt, die Kunstlederhülle allerdings nie mehr sah, da selbige sich im tropischen Klima innerhalb von Tagen pilzbedingt selbstzerstört hatte… Merke: Pfefferwachstum begünstigendes Klima wirkt sich negativ auf die Lederoptik aus, sprich: alte Säcke altern noch deutlicher, sprich: Renaldo und der Paranoiker haben wohl zu viel Pfeffer und damit selbigens Ursprungsluft konsumiert… dies nur als Beitrag und Nachtrag zum Thema ‚dackelfaltig’…
    Aber, um einmal eine wunderbare Postkarte zu zitieren, die eine zerdrückte Cigarettenpackung schmückte: ‚Wer keine Falten hat, hat nichts erlebt!‘
    In diesem Sinne: Sie A********, Sie, mein Bruder, der du, äh: Sie!, dem Paranoiker jedwege Jungspundigkeit absprichst und ihn treffend zum Lebensphasenzappler mutieren lässt, der, obwohl nicht der älteste Sohn und langjährigste Mitarbeiter seiend, trotzdem ob deiner Worte am biologischen Alter zweifelnd, sich nun mutig zum Dinosaurier erklärt und aller Welt mutig entgegen ruft: Sie, Sie können mich mal siezen, Sie! … sonst hol isch meine Bruder, Sie!

  3. Hey Du,
    nie, nie hast du mich ernst genommen, wenn ich über mein Alter gejammert habe. Der älteste Sohn, der langjährigste Mitarbeiter, die graue Eminenz oder einfach der Älteste im Raum zu sein, ist nun mal nicht so ohne!
    Irgendwann bist du eben in der glücklichen Lage, wo du den Jüngeren noch etwas mitzuteilen hast aus Gelerntem und deiner jahrelangen Erfahrung. Das ist dann leider schon kurz vor dem Zeitpunkt, wo dich keiner mehr enrnst nimmt, weil du nur noch von Früher erzählst.
    Die Studenten haben also recht, wenn sie dich „Siezen“! Du gehörst nicht zu ihnen, zappelst in einer völlig anderen Lebensphase herum. Ich würde dich auch Siezen, wenn ich dich nicht gut genug kennen würde.
    Also Spatzl, überlegst dir, wo du hingehörst, lässt den Rollator rollen, und wir zwei beide sagen uns ein fröhliches „Du“ in unsere dackelfaltigen Gesichter. Die Jungspunde sollen derweil mit Respekt und Anstand und ihrem Abstand an Jahren bleiben, wo der Pfeffer wächst!

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