Mai 2016

calenderEs ist schwer zu ertragen, war es schon immer, doch es wird schlimmer! So kommt es mir vor, das aktuelle Gebaren der nicht mehr ganz so großen ehemaligen Volksparteien. Sie haben ein großes Problem mit dem Namen AFD.

Sie fragen sich, was sie tun können oder auch tun müssten, um nicht noch mehr Wähler an die AFD zu verlieren.

Ich meine, es ist doch wohl völlig egal wohin sie die Wähler und auch Mitglieder verlieren. Die Tatsache, dass so was passiert, ist ja auch nicht das eigentliche Problem sondern lediglich ein Symptom.

Dieses haben wir auch nicht erst seit es die AFD gibt, sondern schon deutlich länger.

Meine Hypothesen dazu:

1. Es geht uns so gut, dass wir uns sicher sind, dass sich daran nichts ändern wird, also gibt es keinen Handlungsbedarf sich in Parteien zu engagieren oder auch nur zum Wählen zu gehen!

2. Wir sind so zu gedröhnt von Konsum und Medien, dazu gehören für mich Smartphones und „social networks“ genauso wie Autos und sonstige Statussymbole, dass wir kaum Energie übrig haben, um uns um die Welt jenseits unseres Blickfelds zu kümmern.

3. Unsere Kinder sind von Geburt an bis zum 18. Lebensjahr (wahl-) entmündigt, werden nicht ernst genommen und sind damit irrelevant für die Politiker. Dazu kommt, dass sie immer noch viel zu wenig dazu ermutigt werden, sich aktiv zu beteiligen. Die guten Ansätze, die es tatsächlich gibt, gehen meist nicht weit genug. Wichtiger als Partizipation sind ihnen deshalb Markenkleidung und generell der äußere Schein, wieso sollten sich diese Kinder und Jugendlichen für Politik, Umwelt und ihre Zukunft engagieren?

4. Das Primat der Politik über die Wirtschaft gibt es nicht (mehr)! Politiker sind stark beeinflusst von den Lobbyisten der Wirtschaft, um nicht zu sagen gekauft. Personen wechseln fließend zwischen diesen Welten, bereichern sich materiell und gieren nach Geld, Macht und Ansehen. Das gemeine Volk wird mit populistischen Aussagen eingefangen.

5. Die Wirtschaftswelt hat nicht ein besseres Leben für die Menschen, geschweige denn für die Umwelt, als Ziel, sondern ihre Bilanzen und Ausschüttungen an Aktionäre und Manager. Sie treten weltweit an und die Macht konzentriert sich auf gar nicht so viele „global player“. Fortschritt heißt jährliches Wachstum und Gewinne, wenn es sein muss durch Kriege und meist rücksichtslos gegenüber Mensch und Natur.

6. Viele sind resigniert und haben die Haltung, dass wir kleinen Leute ja sowieso nichts tun können. Das führt zum Rückzug ins Private. Ziel ist nun die individuelle Selbstverwirklichung und ein glückliches Leben für die eigene Kleinfamilie.

Selbstverständlich zeigt diese Schwarzmalerei nicht das Ganze Bild.
Es gibt aktive Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren, die gegen den Trend agieren. Es gibt auch in den großen Parteien aufrechte Politikerinnen und Politiker, die unabhängige Entscheidungen nach ihrem Gewissen treffen. Es gibt sogar Wirtschaftsbetriebe, die ihre Mitarbeiter beteiligen und den Versuch unternehmen nachhaltig zu wirtschaften.
Es gibt Organisationen, die den politischen Widerstand betreiben und viele Unterstützer haben, zum Beispiel im Kampf gegen das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP).

Bitte mehr davon!

Euer Krisenmanager, im Mai 2016