Dezember 16 / Januar 17

Das letzte Editorial erschien im September 2016. Das ist schon eine Zeit lang her. Es fällt mir offensichtlich schwer, zumindest diese Institution auf der ansonsten eingeschlafenen MieseKrise aufrecht zu erhalten.
Woran das liegt? Sicher nicht an einem Krisenmangel! Das ist weltweit mehr geboten als ich aushalten möchte.
Eine Aufzählung würde wohl jeden Rahmen sprengen. Vielleicht ist es aber genau das, was es so schwer macht, wenn allein das Wort „Syrien“ eigentlich nur Verzweiflung auslösen kann, Verzweiflung daran, dass die Staaten auch hier nur ihre nationalen Interessen stellvertretend oder direkt austragen und die Menschen egal sind.

Nationale Interessen, globale wirtschaftliche Interessen, wirtschaftliche Interessen allgemein, Macht und die dazugehörigen Spiele lassen uns normale kleine Menschen, die jeden Tag irgendeiner Arbeit nachgehen und versuchen nett zueinander zu sein, so unglaublich hilflos und ohnmächtig wirken.
Auch diese sehr geringe politische Selbstwirksamkeit ist wohl ein Grund, dass vor allem rechtspopulistische prinzipiell aber auch linkspopulistische Strömungen so starken Zulauf haben. Es kommt ein bisschen das Feeling der Weimarer Republik auf, wo so vieles, wie eben jetzt auch, aus den Fugen geraten ist und schließlich Hitler an die Macht gebracht hat.

Auch das waren Spielchen um Macht und Geld, wo die Menschen auf den populistischen Zug aufgesprungen sind und letztendlich einem Irren nachgelaufen sind, dabei verarscht, beraubt und umgebracht worden sind.

Die Restdemokratie sollte sich besinnen und neue Formen finden, wie sie uns beteiligt und wichtig und selbstwirksam werden lässt. Die Umverteilung von Macht und Geld lässt sich doch regeln, oder?
Aber es ist so unendlich schwer gerade von Macht und Geld auch nur ein kleines Bisschen abzugeben. Was man hat, soll mehr werden, oder zumindest nicht weniger. Der Mensch ist halt so: Die Einen schauen neidvoll hinauf und die Anderen mit Abscheu oder Mitleid runter.

Das zu Schlucken fällt mir auch sehr sehr schwer!

Euer Krisenmanager, im Dezember 2016