Dezember 2018

Weihnachtspunsch, getoppt nur von der Feuerzangenbowle, ist eine fatale Erfindung. Über den süßen Dreck, der einem auf den meisten Weihnachtsmärkten angeboten wird und den man in der Mittagspause oder kurz nach Feierabend zu sich nimmt, nachdem man vorher einen halben Meter Bratwurst verschlungen hat, wollen wir gar nicht sprechen. Überhaupt möchte ich auch nicht über die Weihnachtsmärkte an sich sprechen, sind sie doch allesamt furchterregende Orte der allerschlimmesten Sorte. Dort ist es laut, oft spielt eine Musikgruppe, die sonst nirgendwo spielen darf, vor den Ständen darf man mit seinem Zuckerglühpunsch  nicht herumstehen, weil sonst potentielle Kunden die ausgelegte Ware nicht sehen können, es ist eng und man wird ständig angerempelt und die Kleidung kriegt widerlich klebrige rote Punschspritzer ab. Es gibt Kinderkaruselle oder noch schlimmer eine musikbeschallte Eislauffläche. In Regensburg gab es sogar mal den sogenannten Schlitzer, der sich Jahr für Jahr mit einer Rasierklinge über die gesteppten Bettdecken hermachte, welche meist Frauen als Jacken oder Mäntel trugen, und sie, geschützt vom Gedränge, hinten mit einem langen Schnitt markierte. Er wurde nie geschnappt hat aber leider damit aufgehört! Immer noch gibt es diese häßlichen Gewänder, die oft in knallig aufdringlichen Farben den Winter konterkarikieren. Leider bin ich zu feige um des Schlitzers sinnvolles Werk fort zu setzen. Zurück zu diesen weihnachtsmärktlichen Gruselgetränken. Als ich das letzte Mal fünf oder sechs Becher davon getrunken hatte war ich nicht nur mein ganzes Bargeld los, sondern mir wurde speiübel und ich hatte eine Woche lang Sodbrennen.

Das war übrigens mein letzter Besuch auf einem realen Weihnachtsmarkt. Eine weitere Gattung ist der sogenannte Handwerker(weihnachts)markt. Hier kostet der Ramsch mehr, weil er handgemacht ist. Oft gibt es hier auch einen echt alternativen Punsch mit weniger Zucker und besseren Zutaten. Letzteres bezweifle ich. Doch ich bin ja ein Weihnachtsbefremdeter, denn bei mir in der Familie ist Weihnachten schon immer negativ besetzt gewesen. Meist gab es an Heiligabend Streit – und zwar immer dann wenn es nach fünf Papabieren endlich an die sogenannte Bescherung ging. Meist mussten wir undankbaren Jungs dann früher ins Bett.

Muss mal kurz weg in die Küche, weil mein Punsch leer ist!

So, bin wieder zurück mit dem fünften Bescher, trink das nur, weil die Flasche das Ablaufdatum erreicht had. Schmeggd awa nüschd soo schlächddaszoich. Isbio und aus bestem Bärenwain. Nachm ästden Beschä wars mia scho wahm. Unjezd sitzisch hia in mein Unterbumpln am Schraibtische allädings seh ichnich mea so guuhd und die buschtaben waggln und ich binsooomüüüüüühdehhh.
Ischreib mosche waidah dschüsssss