November 2019

Hoffnung und Angst!

„Hoffnung!“
Ha, was für ein Anfang! Ein Wort wie ein Berg, voller Kraft und Größe und für immer da! Doch auch Zweifel steckt drin und Gefahr! Denn wenn alles gut wäre, wozu bräuchte es dann Hoffnung?
Ich denke an die pastoralen Fernsehansprachen in der ARD, genannt das „Wort zum Sonntag“ vor dem großen Spielfilm am Samstag Abend, die man aushalten musste, bevor es dann endlich losging.
Ob ich wohl Talent dazu hätte? Ob ich vielleicht auch Hoffnung verbreiten könnte? Und ist Hoffnung wirklich das was wir brauchen? Etwas das hilft?
Oder hilft die Hoffnung nur dem Hoffenden, eine bedrohliche Situation auszhalten, ohne das zu beseitigende Problem auch nur im Ansatz dabei zu streifen.
Das ist so das Gefühl, wenn eigentlich alles den Bach runter geht, der Boden bröselt auf dem man steht, wenn die Sicht vernebelt ist und du trotzdem Gas gibst, wenn das Glas halb voll ist, obwohl es doch eher halb leer ist, usw.!

Ist Hoffnung nicht die Perspektive, die nach vorne geht – einfach reinpreschen auch wenn die Chance gering ist, dass du heil rauskommst?

Die gegenseitliche Perspektive der Hoffnung ist die der Angst!
Angst vor Schmerzen, Krieg und Tod, vor dem Verlassensein oder gar der Klimakrise – ja, das gibt es auch. Angst ist angeblich kein guter Ratgeber, doch hat sie sicher auch eine Schutzfunktion und führt zu Handlungen wie etwa vorbeugende Schutzmaßnahmen. Wenn es dafür zu spät ist, dann zur Flucht und wenn es dafür zu spät ist sogar zur Flucht nach vorne.
Angst und Hoffnung müssen jedoch nicht unbedingt Gegenspieler sein. Beide zusammen ergeben auch eine Perspektive, einen zumindest brauchbaren Standpunkt!
Denn wenn ich nur die Hoffnung habe, besteht die Gefahr, dass ich es bequem dabei belasse. Ich hoffe darauf, dass es schon irgendwie gut gehen wird, dass die gute Klimamaschine erfunden wird, die Luft, Erde und Wasser wieder sauber macht und die Ozonschicht heilt oder so – auf jeden Fall sind es damit wiedermal die anderen, die es richten werden.
Die Angst aber, wenn sie zu groß wird, birgt die Gefahr, dass du eine gebärmütterliche Schutzhaltung einnimmst – auf den Boden gekauert, den Kopf zwischen den Knien eingezogen, die Augen geschlossen und die Ohren zugehalten.
Die richtige Mischung aus Hoffnung und Angst scheint dagegen das zu sein was wir brauchen! Sie könnte uns zum Handeln bringen und dazu, aktiv etwas zu ändern damit wir endlich anfangen für die vielen guten Dinge des Lebens zu kämpfen!

Also doch Fernsehpfarrer!

D