Editorial

…wenn ich die Welt je verstanden hätte, jetzt, nach der Bundestagswahl verstehe ich sie nicht mehr. Nur ein Beispiel: Junge Leute wählen FDP und Grüne. Grüne kann man sich vorstellen, das sind dann die Klimaretter rund um Fridays For Future, die das Thema bei den Grünen nicht gut zwar, doch immer noch am Besten, aufgehoben sehen. Das ist nachvollziehbar.
Doch das mit der FDP ist schräg, oder? Da die meisten gar nicht wissen was für ein neoliberaler und deregulierungsfreudiger Verein das ist, kann dann eigentlich nur noch die kritische Haltung zu den Coronamaßnahmen auf das Wohwollen der Jugend stoßen, die sich zu recht um einen Teil ihr Lebens betrogen fühlt. Puh, das ist so viel Oberfläche und kaum Tiefgang.
Da frage ich mich schon wo der Unterschied ist, zu den Querdenkern und den Neorechten, wo die eigene Perspektive meist auf die einfachen Erklärungen der jeweiligen Blase trifft, sich dort nährt und wo alles andere bekämpft werden muss – neuerdings sogar bewaffnet z. B. an Studenten, die ein bisschen Geld in einer Tankstelle dazu verdienen müssen.

Das Theater der Parteien, das nun aufgeführt wird, und sich darum dreht, wer wer denn nun den Wählerwillen hinter sich hat und eine Regierung bilden soll, ist eher absurdes Theater, wenn man auf die Zahlen schaut. Wenn dann so gegen Weihnachten klar ist, wer das macht, beginnt das Gerangel um die Posten, was mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass die Ministerien wie bisher gegeneinander arbeiten, damit alles bleibt wie es ist.

Take my word on this and watch!

Euer Krisenmanager im Oktober 2021,

life is hard and then you die